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Im Gegensatz zum Prinzip der Mehrteiligkeit vorangegangener Werkgruppen
ist das Untersuchungsfeld nun der entschiedene Bildraum, in dem die zuvor
entzerrten Bildebenen in Überlagerung zusammenfließen.
Liegt allen Arbeiten auch methodisches Vorgehen, prozessuale Konsequenz
sowie das Prinzip der Orthogonalität zugrunde, so handelt es sich
doch nicht um Variationen oder die serielle Bearbeitung eines Themas.
Vielmehr entwickelt jede Arbeit ihre eigene Logik, ihren eigenen Klang
und eine Balance, die sich aus dem spezifischen Kräftespiel der Elemente
und Ebenen ergibt.
Die Arbeiten von JOBST TILMANN implizieren in mehrfacher Hinsicht die
Frage nach Zeit, die immer Bewegung beinhaltet, und nach Geschwindigkeit.
Sie fordern die Verlangsamung des Blickes und den Verzicht bei der Erwartung
auf Neues, Spektakuläres.
Der Künstler bewegt sich innerhalb der abstrakten Bildsprache der
Moderne, deren Kraft und Haltbarkeit er auf Gültigkeit und Bedeutung
im Spannungsfeld der Gegenwart überprüft.
Im Gedanken des Minimalismus wollen die Arbeiten zunächst nicht mehr
sein als sie zeigen. Ihre unmittelbar an den Entstehungsprozeß gekoppelte
sinnliche und analytische Erfahrbarkeit kann jedoch zu einem ganzheitlichen
transzendenten Erlebnis werden.
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